DIVI war lange mein Page Builder. Genau genommen ungefähr fünf Jahre lang.
Ich habe damit viele Websites gebaut, Kundinnen begleitet und irgendwann so ziemlich jeden Winkel des Builders kennengelernt. Ich wusste, wo ich welche Einstellung finde, wie ich mit dem System schnell zu einem guten Ergebnis komme und wie ich eine Website so aufbaue, dass auch meine Kundinnen später selbst Texte und Bilder ändern können.

Geprüft & aktualisiert am 01. August 2026

Kurz gesagt: DIVI war für mich lange genau das richtige Werkzeug ind trotzdem arbeite ich heute bei neuen Projekten lieber mit GREYD.
Nicht, weil DIVI plötzlich schlecht geworden wäre. Sondern weil ich irgendwann gemerkt habe: Ein Werkzeug kann fünf Jahre lang richtig gut funktionieren – und trotzdem irgendwann nicht mehr das Werkzeug sein, mit dem ich am liebsten arbeite.
DIVI war für mich lange die erste Wahl
Ich habe ursprünglich sowohl mit Elementor als auch mit DIVI gearbeitet. Durch mehrere Spreadmind-Projekte, bei denen ich auch als technische Partnerin tätig war, bin ich allerdings immer stärker bei DIVI gelandet.
Und ich hatte damit tatsächlich eine ganze Weile ziemlich viel Spaß.
Was ich an DIVI damals besonders mochte:
- Es gab keine laufenden Lizenzkosten.
- Ich konnte Websites relativ schnell umsetzen.
- Der Page Builder bot unglaublich viele Möglichkeiten.
- Kundinnen konnten ihre Inhalte später selbst bearbeiten.
- Und je länger ich damit arbeitete, desto besser kannte ich natürlich auch die Eigenheiten des Systems.
Gerade für kleinere Websites und DIY-Projekte finde ich DIVI deshalb auch heute nicht grundsätzlich falsch, wenn man weiß, was man tut, kann man damit sehr gute Websites bauen.
Bei DIVI gibt es nicht DIE eine Lösung.
Man kann mit Child Theme, globalen Einstellungen, sauber aufgebauten Layouts und etwas technischem Verständnis durchaus sehr ordentlich arbeiten. Das Problem kam bei mir erst später.
Je größer die Websites wurden, desto mehr hat mich DIVI genervt
Meine Projekte wurden mit der Zeit einfach komplexer. Aus kleinen Websites wurden Websites mit vielen Unterseiten, Blogbeiträgen, individuellen Modulen und immer mehr individuellem CSS.
Und genau da habe ich irgendwann gemerkt, dass Dinge, die bei einer kleinen Website noch völlig problemlos funktionieren, bei größeren Projekten zunehmend anstrengend werden. DIVI 4 arbeitet mit einer shortcode-basierten Struktur. Bei komplexeren Layouts können dadurch ziemlich verschachtelte Strukturen entstehen. Genau diese alte Architektur wurde übrigens auch von Elegant Themes als einer der Punkte genannt, die mit DIVI 5 grundlegend überarbeitet werden sollten.
Für mich hat sich das im Alltag irgendwann ungefähr so angefühlt:
Wo steckt jetzt eigentlich genau dieses eine Element?
Welche CSS-Klasse ist am Ende dafür verantwortlich?
Warum sieht die Überschrift auf dem Desktop gut aus und auf dem Handy plötzlich nicht mehr?
Und manchmal fehlte ein Modul oder eine Darstellung verhielt sich einfach anders, als ich es erwartet hatte.
Dazu kam die Performance.
Bei meinen DIVI-4-Projekten musste ich teilweise ziemlich viel optimieren, damit die Seiten vernünftig schnell wurden und die Ergebnisse bei PageSpeed Insights? Die haben mich so manches Mal wirklich zur Verzweiflung gebracht. 😀
Nicht, weil PageSpeed der heilige Gral jeder Website wäre. Aber wenn du als Webdesignerin ständig versuchst, eine Website technisch sauber aufzubauen, möchtest du irgendwann nicht mehr das Gefühl haben, dass du erst gegen dein eigenes System kämpfen musst.
Dann kam DIVI 5
Fairerweise muss man sagen: Genau diese Probleme sind nicht völlig an Elegant Themes vorbeigegangen. DIVI 5 wurde technisch grundlegend neu aufgebaut. Die alte Shortcode-Architektur von DIVI 4 wurde durch eine neue Struktur ersetzt und auch bei Performance und Asset-Laden wurde einiges verändert.
Das hat Elegant Themes auch grundsätzlich gut umgesetzt und ich habe mich wahnsinnig auf DIVI 5 gefreut. Leider habe ich trotzdem bei einer größeren Kundenwebsite gemerkt, dass der Wechsel von DIVI 4 auf DIVI 5 eben nicht einfach bedeutet:
„Migration starten, Kaffee holen, fertig.“
Man muss dazu sagen die Website habe ich ganz am Anfang meiner Selbstständigkeit aufgebaut und ist seitdem stark gewachsen. Viele Unterseiten, Blogbeiträge, individuelle Module, eigenes CSS und all die kleinen Dinge, die sich eben über Jahre ansammeln, wenn eine Website immer wieder erweitert wird.
DIVI 5 kann DIVI-4-Inhalte grundsätzlich migrieren. Aber bei nicht kompatiblen oder älteren Modulen kann die Migration komplizierter werden. Teile können im Legacy-Modus weiterlaufen, und genau das ist bei einer gewachsenen Website nicht unbedingt das Ergebnis, das ich mir unter einem sauberen technischen Neustart vorstelle.
Und damit war irgendwann die Frage da:
Wollen wir diese Website unbedingt weiter auf DIVI halten – oder nutzen wir die Gelegenheit und bauen sie auf ein System um, mit dem ich heute lieber arbeite?
Die Antwort fiel für uns relativ eindeutig aus, da mein Kunde auch nie so richtig gut mit der DVIV Oberfläche zurecht gekommen ist.
Wie ich eigentlich bei GREYD gelandet bin
GREYD war für mich zunächst gar nicht als große „Ich brauche jetzt eine DIVI-Alternative“-Mission gedacht. Ich bin eher durch Zufall und die Entwicklung rund um WordPress und den Block-/Site-Editor darauf gestoßen und dachte mir irgendwann:
Ich probiere das einfach mal mit meiner eigenen Website aus.
Und das war rückblickend wahrscheinlich die beste Entscheidung, denn mich hat nicht ein einzelnes Feature überzeugt, sondern der gesamte Workflow. Es hat sich im vergleich zu DIVI einfach simpler angefühlt.
Ich musste weniger zwischen unterschiedlichen Bearbeitungsansichten hin- und herspringen. Eigenes CSS ließ sich für meine Arbeitsweise schneller und sauberer einbinden. Die Einstellungen waren für mich nachvollziehbarer.
Und vor allem hatte ich nicht mehr ständig dieses Gefühl:
„Okay, wie bringe ich jetzt dieses System dazu, genau das zu machen, was ich eigentlich möchte?“
Stattdessen war es eher:
„Okay, ich möchte das so haben – dann mache ich es einfach so.“
Das klingt nach einer Kleinigkeit. Für mich als Webdesignerin ist es das aber nicht, denn gerade hier konnte ich meinen Workflow stark verbessern und komme mit Greyd schneller zu den gewünschten Ergebnissen.
Gerade wenn du jeden Tag an Websites arbeitest, macht es einen ziemlich großen Unterschied, ob dein Werkzeug dich unterstützt oder ob du ständig überlegen musst, welchen Umweg du nehmen musst.
Warum ich heute bei neuen Websites eher GREYD empfehlen würde
Das heißt nicht, dass ich DIVI niemandem mehr empfehlen würde. Wenn du eine kleine Website möchtest, selbst viel daran arbeiten willst und mit DIVI gut zurechtkommst, kann DIVI weiterhin eine gute Lösung sein. Auch bei einem kleineren Budget kann es sinnvoll sein, zunächst mit einem System zu starten, das keine laufenden Lizenzkosten verursacht.
Meine Empfehlung hat sich trotzdem verändert.
Wenn eine Website langfristig wachsen soll, wenn die technische Struktur für mich eine größere Rolle spielt und wenn die Website auch von der Kundin selbst gepflegt werden soll, würde ich heute eher zu GREYD tendieren.
Nicht nur, weil ich es als Webdesignerin angenehmer finde auch die spätere Bearbeitung von Texten und Bildern empfinden ich und auch meine Kunden als einfacher und genau das finde ich bei einer Kundenwebsite wichtig.
Denn eine Website ist nach dem Launch nicht fertig.
Sie lebt.
Texte werden geändert. Bilder ausgetauscht. Neue Seiten kommen dazu. Blogbeiträge werden geschrieben. Angebote verändern sich. Wenn die Kundin dafür jedes Mal das Gefühl hat, sie müsse erst eine kleine technische Ausbildung absolvieren, ist das für mich keine besonders gute Lösung.
Aber GREYD kostet doch Geld
Ja. Und das sollte man auch nicht schönreden.
GREYD ist je nach gewähltem Modell mit Kosten verbunden. Das kann gerade beim Start eines Business durchaus ein Punkt sein, über den man nachdenkt.
Ich würde heute aber nicht mehr nur fragen:
„Was kostet das Theme?“
Sondern:
„Wie gut kann ich damit langfristig arbeiten?“
Wenn ich dadurch schneller arbeiten kann, die Website für meine Kundinnen einfacher zu pflegen ist und ich bei meiner eigenen Website auf zusätzliche Performance-Optimierung verzichten konnte, muss ich die Kosten meiner Meinung nach etwas anders betrachten.
Das bedeutet übrigens nicht, dass man mit GREYD grundsätzlich kein Performance-Plugin benötigt. Hosting, Bilder, Plugins, Skripte und viele andere Faktoren spielen bei der Geschwindigkeit einer Website ebenfalls eine Rolle.
Bei meiner eigenen Website war es für mich aber ein sehr angenehmer Nebeneffekt, dass ich auf das zusätzliche Performance-Plugin verzichten konnte.
Und jetzt baue ich mir für eine Migration sogar ein KI-gestütztes Tool
Und hier schließt sich der Kreis.
Die große Kundenwebsite, bei der der Wechsel von DIVI 4 auf DIVI 5 nicht so unkompliziert funktioniert hat, soll nun von DIVI 4 auf GREYD umziehen und bei einer Website dieser Größe bedeutet das natürlich vor allem eines:
ziemlich viel Arbeit.
Inhalte müssen übernommen werden. Module müssen neu aufgebaut werden. Strukturen müssen verstanden werden. Individueller Code muss berücksichtigt werden. Und am Ende möchte ich natürlich auch noch nachvollziehen können, was eigentlich migriert wurde und wo ich noch einmal von Hand ran muss.
Also habe ich mir gedacht:
Das muss doch irgendwie schlauer gehen.
Und genau deshalb arbeite ich gerade an einem KI-gestützten Tool, das mich bei dieser Migration unterstützen soll.
Die Idee dahinter ist, dass das Tool unter anderem:
- bestehende DIVI-Inhalte und Module ausliest,
- die vorhandene Struktur erkennt,
- DIVI-Module passenden GREYD-Blöcken zuordnet,
- Texte und Bilder übernimmt,
- individuellen Code erkennt und berücksichtigt
- und die einzelnen Schritte der Migration dokumentiert.
Noch ist das Ganze ein Projekt in Entwicklung. Ich kann also nicht behaupten, dass ich hier bereits die perfekte automatische DIVI-GREYD-Migration erfunden habe. Schön wäre es. 😀
Aber genau das finde ich gerade daran spannend: Ich baue hier keine KI-Spielerei, nur weil KI gerade überall auftaucht. Ich habe ein echtes Problem aus meinem Arbeitsalltag und versuche, mir dafür ein Werkzeug zu bauen.
Ob das am Ende wirklich so viel Arbeit spart, wie ich mir davon verspreche, wird sich zeigen.
Wie das Ganze funktioniert, was mein Tool bereits kann und wo KI bei einer solchen Migration ziemlich schnell an ihre Grenzen kommt, werde ich deshalb noch einmal ausführlicher in einem eigenen Artikel zeigen.
Mein Fazit: Das beste Werkzeug ist nicht für immer das beste Werkzeug
Wenn ich heute auf meine fünf Jahre mit DIVI zurückblicke, würde ich nicht sagen:
„Ich hätte DIVI nie benutzen sollen.“
Ganz im Gegenteil.
Ich habe mit DIVI viel gelernt, viele Websites gebaut und für mich funktioniert das System lange Zeit richtig gut und auch heute würde ich nicht pauschal sagen, dass DIVI schlecht ist.
Wenn es sauber aufgebaut wird, ein Child Theme verwendet wird, globale Einstellungen sinnvoll eingesetzt werden und die Website nicht unnötig kompliziert aufgebaut ist, kann DIVI nach wie vor gute Ergebnisse liefern.
Aber:
Nur weil ein System heute gut funktioniert, bedeutet das nicht, dass es in fünf Jahren noch die beste Lösung für dich sein muss.
Meine Websites sind komplexer geworden, mein Anspruch an die technische Grundlage ist gewachsen und meine Arbeitsweise hat sich verändert.
Deshalb arbeite ich heute lieber mit GREYD. Nicht weil DIVI plötzlich unbrauchbar geworden wäre, sondern weil GREYD für die Art, wie ich heute Websites baue, einfach besser zu mir passt.
Und vielleicht ist das auch eine ganz gute Erinnerung für die eigene Website:
Man muss nicht für immer an einer technischen Entscheidung festhalten, nur weil sie einmal die richtige war.
Du bist dir bei deiner eigenen Website gerade nicht sicher?
Wenn deine WordPress-Website zwar funktioniert, sich aber irgendwie immer mehr nach „gewachsenem Flickenteppich“ als nach einer sauberen Lösung anfühlt, muss nicht automatisch eine komplett neue Website her.
Manchmal lohnt sich zuerst ein genauer Blick darauf, wo die eigentlichen technischen Baustellen liegen und ob sich diese sinnvoll lösen lassen.
Genau dabei kann ein Website-Check helfen.
Annika Kühn
Ich baue und betreue WordPress-Websites für Selbstständige – ruhig, strukturiert und ohne unnötiges Fachchaos. Wenn deine Seite Hilfe braucht, melde dich einfach.