Ist WordPress im Zeitalter von KI noch aktuell?

Ja. WordPress ist weiterhin eines der meistgenutzten Content-Management-Systeme: Laut W3Techs liefen im September 2026 rund 40,2 % aller erfassten Websites damit. KI macht ein CMS nicht überflüssig – sie kann aber verändern, wie wir Inhalte erstellen, Websites entwickeln und wiederkehrende Aufgaben erledigen. Aktuelle WordPress-Nutzungsdaten

Annika Kühn – WordPress Webdesignerin aus Calden bei Kassel
9–14 Minuten

Geprüft & aktualisiert am 22.09.2026

Aufgeräumter Arbeitsplatz für die Betreuung einer WordPress-Website mit KI-Unterstützung

Ich lese auf LinkedIn gerade immer häufiger Beiträge, in denen WordPress praktisch schon zum Auslaufmodell erklärt wird. Zu unsicher, zu langsam, zu aufwendig in der Pflege – und mit KI sowieso bald überflüssig. Stattdessen solle man lieber auf ein geschlossenes System wie Webflow setzen, bei dem alles aus einem Guss kommt und der Anbieter die technische Verantwortung übernimmt.

Ein Teil dieser Kritik ist nicht falsch. WordPress kann unsicher werden. Es kann langsam werden. Und es kann sich in eine ziemliche technische Baustelle verwandeln. Aber nicht, weil WordPress grundsätzlich ein schlechtes System ist. Sondern weil viele Websites ohne klares Konzept aufgebaut, mit unnötigen Plugins und Themes überladen und danach jahrelang nicht gepflegt werden.

Genau das sehe ich immer wieder, wenn ich Websites zur Betreuung übernehme: ausstehende Updates, deaktivierte Plugins, die trotzdem noch installiert sind, alte Themes von früheren Versuchen und ein Backend, in dem man erst einmal aufräumen muss, bevor man überhaupt sinnvoll weiterarbeiten kann.

Und ja: Ich nehme mich davon nicht aus. Am Anfang meiner Selbstständigkeit habe ich selbst mehr Plugins installiert, als ich heute einsetzen würde. Inzwischen arbeite ich lieber mit einem kleinen, bewährten Repertoire, einem Child Theme für sinnvolle Anpassungen und der Frage: Braucht diese Website das wirklich – oder macht es sie nur unnötig kompliziert?

In diesem Artikel möchte ich WordPress deshalb weder verteidigen noch verteufeln. Ich möchte ehrlich zeigen, wo seine Stärken liegen, welche Nachteile es gibt und warum gute technische Entscheidungen wichtiger sind als die Frage, welches System gerade auf LinkedIn zum Sieger erklärt wird.

WordPress ist nicht überholt – aber auch nicht für jedes Projekt richtig

WordPress ist kein System, das man heute nur noch nutzt, weil es „schon immer da war“. Es ist ein flexibles CMS, mit dem sich kleine One-Pager, klassische Unternehmenswebsites, Blogs, Mitgliederbereiche oder auch größere Shops umsetzen lassen.

Genau diese Flexibilität ist für mich einer der größten Vorteile. Ich kann eine Website so aufbauen, dass sie wirklich zum Business passt – statt das Business an die Möglichkeiten eines Baukastens anpassen zu müssen.

Das bedeutet aber auch: Bei WordPress gibt es nicht die eine richtige Einstellung für alle. Hosting, Theme, Plugins, individuelle Funktionen und die spätere Betreuung müssen sinnvoll zusammenspielen. Das ist mehr Verantwortung als bei einem vollständig gemanagten System. Aber es bedeutet eben auch mehr Freiheit.

Webflow oder andere All-in-one-Systeme können für manche Projekte eine gute Wahl sein. Wenn eine einfache Website mit klaren Anforderungen schnell online gehen soll, kann es sogar sehr angenehm sein, dass Hosting, technische Updates und bestimmte Sicherheitsaspekte beim Anbieter liegen.

Ich halte nur wenig davon, daraus einen allgemeinen Sieger zu machen. Nicht jede Website braucht WordPress. Aber genauso wenig muss jede Website zu Webflow wechseln, nur weil KI gerade vieles verändert.

Für viele meiner Kundinnen ist WordPress weiterhin eine gute Lösung: Sie möchten eine individuelle Website, wollen ihre Inhalte selbst pflegen können und brauchen kein System, das nach zwei Jahren schon wieder an seine Grenzen kommt.

Das Problem ist selten WordPress allein

Eine WordPress-Website wird nicht unsicher oder langsam, nur weil WordPress darauf läuft. Problematisch wird es meistens dann, wenn die technische Basis nicht sauber ist oder sich über die Jahre immer mehr Dinge ansammeln.

Ein Plugin für eine kleine Funktion hier, ein anderes für eine schnelle Lösung dort, ein Theme von früher, dazu ein paar ausstehende Updates. Das passiert schneller, als man denkt. Vor allem, wenn mehrere Personen an einer Website gearbeitet haben oder sich niemand langfristig verantwortlich fühlt.

Wenn ich eine Website übernehme, schaue ich mir deshalb als Erstes an:

  • Welche Plugins werden wirklich gebraucht?
  • Sind alle Plugins, Themes und WordPress selbst aktuell?
  • Liegen deaktivierte Plugins oder alte Themes noch unnötig auf dem Server?
  • Gibt es individuelle Anpassungen, die nachvollziehbar umgesetzt sind?
  • Funktionieren Backups, Formulare und wichtige Abläufe?

Nicht jedes Plugin muss weg. Nicht jede individuelle Anpassung braucht sofort einen kompletten Neuaufbau. Aber alles sollte einen Zweck haben.

Denn weniger Technik um der Technik willen bedeutet oft: weniger Stellen, die gepflegt werden müssen, weniger mögliche Konflikte – und ein Backend, in dem man sich auch nach zwei Jahren noch zurechtfindet.

Weniger Plugins sind nicht automatisch besser

Die Zahl der Plugins allein sagt noch nicht, ob eine WordPress-Website gut oder schlecht aufgebaut ist. Eine Website mit zehn sinnvollen, gepflegten Plugins kann stabiler laufen als eine Website mit drei Erweiterungen, die seit Jahren nicht aktualisiert wurden.

Für mich geht es deshalb nicht darum, möglichst wenige Plugins vorzeigen zu können. Es geht darum, bewusst zu entscheiden.

Bei jedem Plugin frage ich mich:

  • Löst es ein echtes Problem auf dieser Website?
  • Wird es noch aktiv weiterentwickelt?
  • Passt es technisch zu den anderen eingesetzten Tools?
  • Kann ich die Funktion sinnvoll anders lösen?
  • Bleibt die Website auch für Kundinnen verständlich und wartbar?

Manchmal ist ein gutes Plugin die sinnvollste Lösung. Und manchmal reicht eine kleine individuelle Anpassung, für die andere gleich ein zusätzliches Plugin installieren würden.

Ich arbeite deshalb gern mit eigenem Code, wenn es für die Website passt. Nicht, weil eigener Code automatisch besser oder sicherer ist. Sondern weil ich vermeiden möchte, dass für jede Kleinigkeit noch ein weiteres Tool mitläuft, das später gepflegt werden muss.

Wichtig ist dabei: Auch eigener Code braucht Struktur, Tests und Pflege. Sonst tauscht man nur einen Plugin-Ordner gegen eine andere Baustelle ein.

Warum ich mit Child Themes arbeite

Ein Child Theme ist für mich kein technisches Extra, das man nur einrichtet, weil man es eben so macht. Es hilft dabei, individuelle Anpassungen vom eigentlichen Theme getrennt zu halten.

Wenn ich zum Beispiel CSS anpasse oder gestalterische Dinge individuell umsetze, sollen diese Änderungen nicht verschwinden, nur weil das Parent Theme ein Update bekommt. Genau dafür ist ein Child Theme da.

Bei meinen Websites bleiben deshalb in der Regel nur die Themes installiert, die tatsächlich gebraucht werden:

  • das aktive Child Theme
  • das dazugehörige Parent Theme
  • ein aktuelles Standard-Theme von WordPress als Absicherung

Mehr braucht es in vielen Fällen nicht.

Wenn ich dagegen ein Backend mit acht oder zehn alten Themes sehe, die irgendwann einmal ausprobiert oder für eine frühere Website-Version genutzt wurden, ist das kein Zeichen für besonders viel Flexibilität. Es ist eher ein Hinweis darauf, dass irgendwann niemand mehr aufgeräumt hat.

Auch hier gilt: Nicht alles muss sofort gelöscht werden. Erst wird geprüft, ob etwas noch gebraucht wird. Aber wenn nicht, darf es auch gehen.

Und was ist mit der Performance?

WordPress kann sehr schnell laufen. Es kann aber auch quälend langsam werden – genau wie jede andere Website, die schlecht aufgebaut oder nicht gepflegt wird.

Ein langsamer Seitenaufbau liegt selten nur an WordPress selbst. Häufig kommen mehrere Dinge zusammen: zu große Bilder, unnötige Plugins, ein unpassendes Hosting, fehlendes oder falsch eingestelltes Caching, alte PHP-Versionen oder Funktionen, die im Hintergrund viel mehr laden, als die Website eigentlich braucht.

Deshalb ist „Installier einfach WP Rocket“ für mich auch keine vollständige Antwort. Ein Caching-Plugin kann hilfreich sein. Es löst aber nicht automatisch Probleme, die an anderer Stelle entstehen.

Bei größeren Websites wird eine saubere Struktur sogar noch wichtiger. Wenn viele Inhalte, Produkte, Mitgliederbereiche oder individuelle Funktionen dazukommen, sollte man nicht einfach immer weiter anbauen, bis irgendwann nichts mehr übersichtlich ist. Dann braucht es ein Konzept: Was soll die Website können, was wird wirklich benötigt und wie bleibt sie auch langfristig wartbar?

WordPress ist nicht automatisch die beste Lösung für jede große Website. Aber es ist auch nicht automatisch zu langsam oder zu klein dafür. Entscheidend ist, wie die Website geplant, aufgebaut, gehostet und betreut wird.

Ja, WordPress-Wartung kostet Zeit und Geld

Eine WordPress-Website braucht regelmäßige Pflege. Das möchte ich auch gar nicht schönreden. Updates, Backups, Sicherheitschecks und Funktionsprüfungen passieren nicht von allein – zumindest nicht vollständig und nicht zuverlässig genug, um sich blind darauf zu verlassen.

Bei einem System wie Webflow übernimmt der Anbieter einen größeren Teil der technischen Infrastruktur. Das kann für manche Unternehmen genau die richtige Entscheidung sein. Die Verantwortung für Hosting, bestimmte Updates und Teile der Sicherheit liegt dann weniger bei der Person, die die Website gebaut hat.

Aber auch dort ist eine Website nicht einfach für immer fertig. Inhalte müssen gepflegt, Formulare kontrolliert, Zugänge verwaltet, Datenschutz-Einstellungen geprüft und Entwicklungen im Business auf der Website abgebildet werden. Und wenn sich Anforderungen verändern, entstehen auch dort Aufwand und Kosten.

Für mich ist Website-Betreuung deshalb kein Klotz am Bein. Sie gehört zu einer Website, die langfristig funktionieren soll.

Die entscheidende Frage ist nicht: „Kostet meine Website Wartung?“ Sondern eher: „Wer schaut hin, wenn etwas nicht mehr funktioniert – und was passiert, wenn es niemand tut?“

KI ersetzt kein WordPress – und auch keine gute Webdesign-Arbeit

KI ist für mich kein Grund, WordPress abzuschreiben. Im Gegenteil: Sie kann dabei helfen, mit WordPress schneller und sinnvoller zu arbeiten.

Ich nutze KI zum Beispiel, um Ideen zu strukturieren, Code besser zu verstehen oder wiederkehrende Aufgaben vorzubereiten. Gerade bei kleinen individuellen Anpassungen kann sie viel zuarbeiten. Das bedeutet aber nicht, dass ich Code einfach ungeprüft übernehme oder jede Entscheidung an ein Tool abgebe.

Ein Beispiel, an dem ich gerade weiterdenken möchte: Blogbeiträge. Statt einen fertigen Text aus einer Word-Datei immer wieder per Copy and Paste in WordPress einzufügen, könnte eine Schnittstelle künftig einen Beitragsentwurf anlegen, Inhalte strukturiert übernehmen und Metadaten vorbereiten.

Das spart Zeit bei wiederkehrenden Arbeitsschritten. Aber es ersetzt nicht die Prüfung: Ist der Text richtig formatiert? Passt der Titel? Stimmen die Metadaten? Ist die interne Verlinkung sinnvoll? Klingt der Beitrag nach der Person oder dem Unternehmen, für das er veröffentlicht wird?

KI kann viel Arbeit abnehmen. Sie ersetzt aber weder ein CMS, noch ein gutes Konzept, noch den Blick dafür, was auf einer Website wirklich funktioniert.

Mein Fazit: WordPress braucht keinen Abgesang, sondern gute Entscheidungen

WordPress ist nicht perfekt. Es braucht Pflege, eine saubere technische Basis und die Bereitschaft, nicht jede schnelle Lösung einfach noch oben draufzupacken.

Aber genau das gilt für Websites grundsätzlich. Auch ein geschlossenes System nimmt dir nicht jede Verantwortung ab. Es verschiebt nur, welche Aufgaben beim Anbieter liegen und welche bei dir oder deiner Webdesignerin bleiben.

Ich arbeite weiterhin gern mit WordPress, weil ich damit individuelle Websites aufbauen kann, die sich mit dem Business meiner Kundinnen weiterentwickeln dürfen. Mit einer übersichtlichen Auswahl an Plugins, sinnvollen individuellen Anpassungen und regelmäßiger Betreuung muss WordPress weder unsicher noch unnötig kompliziert sein.

Und KI? Die sehe ich nicht als Ende von WordPress oder Webdesign. Sie ist ein Werkzeug, das mir an manchen Stellen Zeit spart – damit mehr Zeit für gute Entscheidungen, individuelle Lösungen und echte Betreuung bleibt.

In den nächsten Beiträgen zeige ich dir genauer, wie ich KI für meine Arbeit nutze und was bei einer DIVI-zu-GREYD-Migration mit einem KI-Agenten schon möglich ist.

Ist deine WordPress-Website noch gut aufgestellt?

Wenn du nicht sicher bist, ob deine Website technisch sauber läuft, ob dort alte Plugins oder Themes herumliegen oder ob die Wartung wirklich zuverlässig passiert, musst du das nicht allein herausfinden.

In meiner Website-Betreuung behalte ich genau diese Punkte im Blick: Updates, Backups, Sicherheit, technische Ordnung und die kleinen Fragen, die im Alltag einer Website eben auftauchen.

Unverbindlich anfragen

Häufige Fragen zu WordPress, Sicherheit und KI

Ja. WordPress wird weiterhin sehr häufig genutzt und regelmäßig weiterentwickelt. Es eignet sich besonders gut für Websites, die individuell aufgebaut werden sollen und sich mit dem Business weiterentwickeln dürfen.

Nein, nicht grundsätzlich. Sicherheitsrisiken entstehen vor allem durch veraltete WordPress-Versionen, Plugins oder Themes, unsichere Zugänge und fehlende Pflege. Eine saubere Einrichtung und regelmäßige Wartung machen einen großen Unterschied.

Webflow übernimmt als gemanagte Plattform Teile der technischen Infrastruktur und Sicherheit. Das kann ein Vorteil sein. Ob Webflow oder WordPress besser passt, hängt aber von der Website, den Anforderungen und dem gewünschten Gestaltungsspielraum ab.

Dafür gibt es keine feste Zahl. Wichtig ist, dass jedes Plugin einen klaren Zweck erfüllt, vertrauenswürdig ist, regelmäßig aktualisiert wird und technisch zur Website passt. Ungenutzte Plugins sollten geprüft und entfernt werden.

Nein. KI kann bei Ideen, Code, Inhaltspflege und wiederkehrenden Aufgaben unterstützen. Strategie, Gestaltung, technische Entscheidungen und die Kontrolle des Ergebnisses bleiben aber menschliche Aufgaben.

Über die Autorin

Hi, ich bin Annika Kühn. Ich baue und betreue WordPress-Websites für Selbstständige und kleine Unternehmen – mit einem klaren Blick für Technik, Struktur und eine Website, die nicht zur Dauerbaustelle wird.

Ich arbeite gern individuell, nutze KI dort, wo sie sinnvoll unterstützt, und behalte trotzdem die Dinge im Blick, die kein Tool zuverlässig für dich entscheiden kann.

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Wie siehst du das?

Ich bin neugierig: Würdest du deine Website heute noch mit WordPress aufbauen?

  • Ja, auf jeden Fall.

  • Ja, wenn die Website gut eingerichtet und betreut wird.

  • Ich würde eher ein All-in-one-System wie Webflow wählen.

  • Ich bin unsicher und wünsche mir mehr Orientierung.

Und was beschäftigt dich gerade mehr: WordPress-Sicherheit, die Wahl der richtigen Plugins, Performance oder der sinnvolle Einsatz von KI? Schreib mir gern deine Gedanken.